sektoreins
Aktuelles

Kurz notiert

Notizen aus dem Team, zum Flurfunk und was uns in Projekten begegnet.

Simon Rinke

Product & Sales

Die Bundesnetzagentur hat MiSpeL beschlossen: Speicher dürfen künftig auch mit Netzstrom laden, ohne die EEG-Förderung für eingespeicherten Solarstrom zu verlieren.

MiSpeL steht für Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten. Die Festlegung regelt einen Fall, der in der Praxis schon länger auftrat, regulatorisch aber nicht sauber abgesichert war: Wer einen Batteriespeicher betreibt, konnte ihn bisher nicht ohne Weiteres mit Netzstrom laden, ohne die EEG-Förderung für den eingespeicherten Solarstrom zu riskieren.

Für die Abrechnung sieht die Festlegung zwei Wege vor. Ziel ist in beiden Fällen, festzustellen, wie viel Grün- und wie viel Netzstrom eingespeichert wurde.

Weg

Abgrenzungsoption

Funktionsweise

genaue Mengenmessung, in der Regel zwei Zähler

Voraussetzung

für alle Betreiber nutzbar

Weg

Pauschaloption

Funktionsweise

vereinfachte Abrechnung über einen Zähler

Voraussetzung

nur für PV-Anlagen bis 30 kWp, wartet noch auf die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission

Netz- und Messstellenbetreiber müssen die Umsetzung bis September 2027 anbieten.

In der Praxis können Speicher und bidirektionale Ladepunkte damit aktiver am Strommarkt teilnehmen. Flexibilitätsvermarktung, Arbitrage und netzdienlicher Einsatz waren technisch schon länger möglich. Regulatorisch war das bisher nicht vollständig abgesichert.

Wer die Abgrenzungsoption nutzen will, braucht allerdings ein sauberes Messkonzept und eine Datenbasis, die eindeutig unterscheidet, welche Kilowattstunde woher stammt. Genau daran scheitert es bei vielen Bestandsanlagen heute noch. Ob die neue Möglichkeit genutzt wird, hängt auch davon ab, wie schnell der jeweilige Netzbetreiber die passende Umsetzung bereitstellt.

Ein Problem bleibt bei der Pauschaloption bestehen. Sie soll kleinen PV-Anlagen den einfachen Weg ermöglichen: ein Zähler statt zwei, ein vereinfachter Berechnungsfaktor statt einer aufwändigen Abgrenzungsmessung. Das Problem steckt in der Berechnung selbst. Löst man die Gleichung nach der Eigenverbrauchsquote auf, zeigt sich, welche Anlagen dafür tatsächlich infrage kommen:

Eigenverbrauchsquote < 1 − (500 + 50 · P/S) / Y

Dabei steht P für die installierte Leistung, S für die Speicherkapazität und Y für den jährlichen Ertrag. Für eine typische Anlage mit 10 Kilowatt Peak, 10 Kilowattstunden Speicher und 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt Peak Jahresertrag ergibt das eine Obergrenze von 45 Prozent Eigenverbrauch. Moderne Anlagen mit etwas größerem Speicher, E-Auto-Ladung oder Wärmepumpe liegen regelmäßig darüber und fallen damit aus der Pauschaloption heraus, obwohl sie genau die Zielgruppe der Regelung sind.

Die Abgrenzungsoption löst dieses Problem nicht automatisch. Viele Anlagen laufen über Hybrid-Wechselrichter mit einem gemeinsamen AC-Anschluss für Solar- und Netzstrom. Eine eichrechtskonforme Messung, die ausschließlich den tatsächlich aus den PV-Modulen stammenden Anteil erfasst, ist dort technisch nicht möglich.

Auf LinkedIn kommentieren

Simon Rinke

Product & Sales

Letzte Woche haben wir mit der Startbahn 13 und der m3-Masterclass unseren EXIST-Förderzeitraum offiziell abgeschlossen.

Ein Kapitel endet, das nächste beginnt. Letzte Woche habe ich gemeinsam mit Manuel und Oli bei der Startbahn 13 – Gründungsberatung HTWK Leipzig unseren EXIST-Zeitraum offiziell abgeschlossen und damit auch die m3-Masterclass.

12 Monate, in denen wir nicht nur am Produkt gebaut haben, sondern viel dazu gelernt haben, das Produkt zu präsentieren und zu positionieren.

Was bleibt, ist ein deutlich schärferes Bild davon, was sektoreins wirklich ist und für wen. Ein Geschäftsmodell, das sich definitiv weiterentwickelt hat. Eine Finanzplanung, die den Namen verdient, und ein Pitch, bei dem man nicht gleich einschläft. Wer selbst schon vor Investoren oder Kunden gestanden hat und merkt, dass die Botschaft noch nicht ankommt, weiß, wofür diese Zeit gut war.

Danke an das Team von Startbahn 13 und die m3-Masterclass für zwölf Monate Begleitung, Sparring und den einen oder anderen unbequemen, aber richtigen Hinweis.

Jetzt geht's weiter.

Auf LinkedIn kommentieren

Manuel Mock

Technical Development

Seit Montag sitzen wir in unserem neuen Büro bei der Startbahn 13 an der HTWK Leipzig.

Ganz unverhofft gab es einen Einstand, den wir nicht besser hätten planen können. Ein Gast war mit dem Rad quer durch Deutschland unterwegs und besucht dabei verschiedene Gründernetzwerke. Das war Anlass für einen gemütlichen Grillabend.

Die anderen Gründerteams hier am Standort kennen wir schon teilweise, aber zwischen Tür und Angel redet man meist über Projekte. Am Grill auch mal über alles andere. Dazu ein paar sehr spannende Gespräche mit Leuten von der SPRIND und der HHL.

Danke an die Startbahn 13, dass ihr uns die Büroräume ermöglicht und den Abend organisiert habt.

Auf LinkedIn kommentieren

Manuel Mock

Technical Development

Wir haben ein kleines Ritual hier im Büro, den Croissant-Dienstag.

Jede Woche bringt irgendwer aus dem Team Croissants mit. Wer das macht, ist nicht geregelt, es steht auch nirgends. Der Impuls kam irgendwann von Simon, und ohne dass wir es je festgelegt hätten, hat sich das als Tradition durchgesetzt.

Kultur im Unternehmen entsteht nicht geplant, sondern dadurch, dass sich die Teammitglieder aktiv einbringen. Manchmal reichen kleine Gesten, um das Teamgefühl zu stärken. Da braucht es nicht immer den viel beschworenen Kulturworkshop.

Auf LinkedIn kommentieren

Manuel Mock

Technical Development

In meinem Beitrag zu NIS2 stand ein Punkt, den ich sehr kurz abgehandelt hatte: verschlüsselte Kommunikation mit mTLS inklusive Rotation.

Dahinter steckt der Teil, den man in IoT-Projekten am ehesten unterschätzt. SSL-Zertifikate laufen ab, und zwar zuverlässig dann, wenn gerade keiner hinschaut.

Ein Zertifikat mit langer Laufzeit ist bequem und gleichzeitig ein Risiko, weil es lange gültig bleibt, besonders wenn das Gerät in falsche Hände geraten kann. Ein kurzlebiges Zertifikat ist deutlich sicherer und bedeutet, dass der Prozess zum Austausch definiert sein muss. In der Praxis heißt das oft manueller Zertifikataustausch. Skalierbare Sicherheit sieht anders aus.

Deshalb erneuert bei uns das Gateway seine Zertifikate selbst. Es prüft im laufenden Betrieb die Restlaufzeit und holt sich rechtzeitig neue. Niemand fährt raus, niemand trägt ein Datum in einen Kalender ein. Und wird ein Gateway aus dem System entfernt, sind seine Zugangsdaten serverseitig sofort wertlos, egal was lokal noch auf der Karte liegt.

Sicherheit im Feld ist selten die spannende Krypto-Entscheidung. Meistens ist es die Frage, ob der Lebenszyklus automatisiert läuft oder an manuellen Schritten hängt, die irgendwann jemand vergisst.

Auf LinkedIn kommentieren

Manuel Mock

Technical Development

Der schnellste Weg, ein Feldgerät zum Schweigen zu bringen, ist es zu oft abzufragen.

Beim Auslesen von Anlagen ist der naheliegende Weg, pro Messwert eine eigene Abfrage zu schicken. Im Testaufbau mit drei Geräten läuft das prima. An einem echten Standort mit ein paar hundert Messpunkten merkt man schnell, dass es so nicht klappt. Jede Abfrage kostet einen Verbindungsaufbau samt Overhead, und viele Geräte haben so enge Limits, dass sie irgendwann einfach nicht mehr antworten. Ohne Fehlermeldung, ohne Log-Eintrag.

Wir gruppieren deshalb nach Gerät und bündeln so viele Werte wie möglich in einen Request. Das senkt nicht nur die Last, es sorgt auch dafür, dass zusammengehörende Werte aus demselben Moment stammen. Wer schon einmal aus Messwerten mit drei Sekunden Versatz eine Leistungsbilanz gerechnet hat, weiß warum das zählt.

Dazu ein Detail, das man erst im Betrieb lernt: alle Abfragen zur vollen Stunde loszuschicken ist eine schlechte Idee. Wir ziehen die Startzeitpunkte deshalb zufällig auseinander.

Skalierbarkeit ist hier selten eine Frage von mehr Rechenleistung. Meistens ist es die Frage, was die Gegenseite verträgt.

Auf LinkedIn kommentieren

Simon Rinke

Product & Sales

Viele Heizungskeller in Deutschland haben ein Kraftwerk. Viele wissen nicht, wie gut oder schlecht es arbeitet.

Blockheizkraftwerke erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Klingt technisch, ist aber einer der smartesten Ansätze in der Energieversorgung: effizient, steuerbar, dezentral. Rund 40 GW elektrische Leistung sind in Deutschland in Form von KWK-Anlagen installiert. Kein Nischenthema, und trotzdem stand ein Teil davon jahrelang regulatorisch unter Druck.

Am 9. Juli hat der EuGH entschieden, dass die KWKG-Förderung keine staatliche Beihilfe ist. Eine Unsicherheit, die neue Investitionen belastet hat, ist damit vom Tisch. Aber das Urteil allein reicht nicht. Die aktuelle Förderung läuft Ende 2026 aus, der BDEW fordert einen Entwurf im Sommer, das parlamentarische Verfahren im Herbst und ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2027. Das ist eng.

Parallel arbeitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie an einem neuen Wärmenetzgesetz. Geplant sind eine Preistransparenzplattform, stärkere Preisaufsicht, eine Schlichtungsstelle und die gesetzliche Verankerung der BEW-Förderung. Wirksam wird das alles wohl frühestens 2027.

Was das in der Praxis bedeutet: KWK-Förderung ist nicht selbstverständlich, sie hängt unter anderem an förderfähigen Vollbenutzungsstunden. Wer das BHKW nicht aktiv steuert, lässt Geld liegen, ohne es zu merken. Bei einer unserer Anlagen, in der BHKW und PV gemeinsam die elektrische Leistung für das Objekt liefern, entscheidet unser Algorithmus, wann und wie lange das BHKW läuft, und reizt die förderfähigen Stunden gezielt aus. Allein durch das Verschieben der Einsatzzeiten konnten wir die KWK-Förderung dort um 16 Prozent steigern.

Simon Rinke

Product & Sales

Energy Sharing in Deutschland: große Idee, schwache Umsetzung.

Stellen Sie sich vor, Sie produzieren mit Ihrer PV-Anlage mehr Strom als Sie verbrauchen und können diesen Überschuss direkt an Nachbarn, Mieter oder Mitarbeiter liefern, über das öffentliche Netz und zu fairen Konditionen. Genau das ist die Idee hinter Energy Sharing.

Seit dem 1. Juni 2026 ist Energy Sharing in § 42c EnWG verankert. Wohnungsgesellschaften könnten ihren Mietern Solarstrom vom eigenen Dach anbieten, Liegenschaften sich untereinander versorgen, Energiegemeinschaften entstehen, die tatsächlich funktionieren. In Österreich ist das längst Realität, mit mehreren tausend aktiven Gemeinschaften.

Dann kam die Bundesnetzagentur. Die Beschlusskammer 6 hat einen Hinweis veröffentlicht und damit für erhebliche Kritik gesorgt. Tenor: die Koordination durch Netzbetreiber wäre zu komplex und zu aufwendig, das sogenannte Dienstleistungsmodell reiche aus, Netzbetreiber hätten keine weiteren Umsetzungserfordernisse.

Das Problem daran: dieses Dienstleistungsmodell war bereits vor Einführung des § 42c EnWG möglich. Genau deshalb hatte die Bundesregierung jahrelang die Umsetzung der EU-Richtlinien verweigert. Das neue Gesetz sollte das ändern, jetzt wird faktisch wieder der alte Zustand zementiert.

Ich beschäftige mich intensiv mit der Digitalisierung dezentraler Energieanlagen und sehe hier ein Muster: Technologie und Konzepte sind vorhanden, aber der regulatorische Rahmen hält nicht mit.

Simon Rinke

Product & Sales

Letzten Donnerstag waren wir beim Investors Day Thüringen 2026 in Erfurt dabei.

Für sektoreins war es eine der ersten Gelegenheiten, unsere Plattform für Digitalisierung und Optimierung von Energieversorgungsanlagen einem Investorenpublikum vorzustellen. Die Resonanz war ermutigend, und die Gespräche am Rande der Veranstaltung haben gezeigt, dass das Thema trifft.

Wir waren eins von drei Teams im Bereich Energy und gehörten zu den wenigen Software-Startups im Feld. Eine Kombination, die aufgefallen ist und die wir bewusst als unsere Stärke sehen: technische Tiefe trifft auf skalierbare Software.

Simon Rinke

Product & Sales

Zwei Tage Leipzig, zwei Welten, und selten so deutlich gespürt, zwischen welchen Polen sich sektoreins eigentlich bewegt.

Die 13. Fachtagung Energie- und Gebäudetechnik an der HTWK Leipzig hatte dieses Jahr das Thema KI, Fluch oder Segen. Tiefe Fachgespräche, präzise Diskussionen über Gebäudeleittechnik, Regelung und Effizienz. Menschen, die seit Jahren Anlagen planen, bauen und betreiben und genau wissen, warum KI allein noch kein Geschäftsmodell ist. Ich hatte das Glück, einen der Vortragsslots zu bekommen, und durfte unseren Ansatz vorstellen. Vor und nach uns haben Player wie die Leipziger Stadtwerke, Optimax Energy und Energy2market gesprochen.

Auf der anderen Seite das MACHN Festival in der Baumwollspinnerei. Vorträge, Tempo, mutige Pitches, Gespräche zwischen Sound und Streetfood. Leute, von denen die wenigsten je eine Heizzentrale von innen gesehen haben, die aber alle wissen, wie man aus einer Idee in zwei Jahren ein Produkt macht.

Danke an die Startbahn 13 und die m3-Masterclass für die Möglichkeit.

Kontakt

Sie haben eine Frage zu einem der Themen? Sprechen Sie uns an.

Nennen Sie uns gerne Ihr Projekt oder Ihre Fragen.

Zur Kontaktseite

E-Mail-Adresse in der Zwischenablage